Rettungssanitäter/in werden: Ausbildungsfakten

Dein ultimativer Bildungsratgeber

Die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in kann berufsbegleitend oder als Intensivkurs absolviert werden. Rettungssanitäter/innen nehmen als verantwortliche Begleitpersonen an Krankentransporten teil, meist fahren sie auch den Rettungswagen. Zum Aufgabengebiet gehört außerdem die Unterstützung von Notfallsanitäter/innen bei Einsätzen zur Versorgung verletzter Personen, das heißt, sie rufen Unterstützung per Funk und assistieren den Notfallsanitäter/innen und Notärzt/innen bei Notfallmaßnahmen.

Beschäftigungsmöglichkeiten sind vor allem bei Rettungs- und Krankentransportdiensten und Feuerwehren sowie Katastrophenhilfswerken und Wasser- und Bergrettungsdiensten zu finden.

Achte bei der Suche nach einer Ausbildung beziehungsweise einem Kurs, der dich zum Rettungssanitäter qualifiziert, darauf, dass er das sogenannte Berufsmodul enthält. Dieses ist Voraussetzung für die Ausübung des Berufs Rettungs- oder Notfallsanitäter/in in Österreich.

 

Berufs- und Zukunftschancen als Rettungssanitäter/in in Österreich

Als fertig ausgebildete/r Rettungssanitäter/in hast du die Chance, dich mit Seminaren und Fortbildungen weiterzubilden und deine Karriere voranzutreiben. Weiterbildungen bieten sich unter anderem in diesen Bereichen an:

  • Kranken- und Behindertenbeförderung
  • Notfallsituationen
  • Medizinische Verwaltung

 

 

Werde ich als Rettungssanitäter/in reich? Gehaltschancen

Während der Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in erhältst du in der Regel noch kein Gehalt. Stattdessen kostet die Ausbildung dich sogar Geld, etwa 2200 bis 2500 Euro. Bist du erst einmal fertige/r Rettungssanitäter/in, verdienst du circa 1900 bis 2500 Euro brutto.

Aufbauend auf deine bisherige Ausbildung und Tätigkeit kannst du dich außerdem zum/zur Ausbilder/in oder Notfallsanitäter/in ausbilden lassen und somit deine Qualifikation und deine Gehaltsaussichten weiter ausbauen. Durch ein aufbauendes Studium steht dir der Weg zu einem noch höheren Gehalt offen!

 

 

Werde ich als Rettungssanitäter/in glücklich?

Als Rettungssanitäter/in solltest du gute Nerven haben und eine gewisse emotionale beziehungsweise psychische Stabilität mitbringen. Kannst du kein Blut sehen, reagierst in Stresssituationen panisch oder kannst dir nicht vorstellen, für andere Menschen Verantwortung in schwierigen Situationen zu übernehmen, dann ist der Beruf des Rettungssanitäter/in nichts für dich. Auch die Fähigkeit, effektiv und schnell im Team zu arbeiten, kann nicht genug betont werden.

Vor der Bewerbung für die Ausbildung als Rettungssanitäter/in solltest du dir also bewusst machen, dass die Arbeit dich in Situationen bringen wird, die emotional belastend sind – und dich unter Umständen auch zu Hause noch nicht loslassen werden. Hier ist eine gute Fähigkeit zur Distanzierung gefragt.

Wenn du dir sicher bist, ausreichend belastbar und auch in schwierigen Situationen absolut zuverlässig zu sein, kann die Arbeit als Rettungssanitäter/in sehr erfüllend sein – denn schließlich hilfst du jeden Tag dabei Menschenleben zu retten. Verletzten Personen in Notsituationen beizustehen und erste Hilfe zu leisten, kann eine sehr befriedigende Aufgabe sein.

 

Zielgruppe der Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in

Die formalen Voraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in sind im Sanitätergesetz geregelt. Bewerber müssen nachweisen, dass sie mindestens 17 Jahre alt sind und die zur Erfüllung der Berufs- und Tätigkeitspflicht notwendige gesundheitliche Eignung (ärztliches Attest) und erforderliche Vertrauenswürdigkeit (Auszug aus dem Strafregister) besitzen. Außerdem muss die allgemeine Schulpflicht erfüllt worden sein und ein tabellarischer Lebenslauf mit Foto vorgelegt werden.

 

Inhalte der Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in

Die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in teilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil umfasst nicht nur die Rechtsgrundlagen deiner späteren Arbeit und die Anatomie des menschlichen Körpers, sondern auch das theoretische Wissen dazu, wie du Vitalfunktionen kontrollierst und beispielsweise Schockzustände erkennst. Du lernst, wie man einen Zugang legt und Infusionen verabreicht, und dir wird die Wirkung verschiedener Notfallmedikamente vermittelt. Außerdem lernst du, wie ein Patient mit dem Rettungswagen transportiert wird.

 

Im Folgenden ein detaillierter Überblick über die Kursinhalte der Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in:

  • Erste Hilfe und erweiterte Erste Hilfe
  • Anatomie und Physiologie
  • Hygiene
  • Störungen der Vitalfunktionen und die zu ergreifenden Maßnahmen
  • Notfälle bei verschiedenen Krankheitsbildern und die zu ergreifenden Maßnahmen
  • spezielle Notfälle und die zu ergreifenden Maßnahmen
  • Defibrillation mit halbautomatischen Geräten
  • Gerätelehre und Sanitätstechnik
  • Rettungswesen
  • Katastrophen und Großschadensereignisse
  • Psychologie und Stressbewältigung

 

Die praktischen Inhalte, die du für die Tätigkeit als Rettungssanitäter/in beherrschen musst, werden dir im Rahmen eines Klinikpraktikums nähergebracht. Dort erlebst du nicht nur hautnah die Arbeitsabläufe und Maßnahmen, die bei einem Notfall ergriffen werden, sondern auch wie du mit Ärzt/innen und Pfleger/innen optimal zusammenarbeitest. Zum praktischen Teil der Ausbildung gehört außerdem ein Praktikum im Rettungsdienst einer Rettungswache, wo du eng mit ausgebildeten Rettungs- und Notfallsanitäter/innen zusammenarbeitest und die Abstimmung im Einsatzteam kennenlernst.

Nach 160 Stunden Praktikum kannst du die kommissionelle Abschlussprüfung antreten und damit die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in abschließen.

 

Tipps zur Bewerbung für die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in in Österreich

Du bist überzeugt, dass die Arbeit als Rettungssanitäter/in das richtige für dich ist und du die passenden Eigenschaften für diese anspruchsvolle Tätigkeit mitbringst? Dann ist dein Bewerbungsschreiben deine Chance, deinen zukünftigen Arbeitgeber zu überzeugen, dass gerade du dich für die angebotene Stelle eignest. Wichtig ist also, die Vorteile und Eigenschaften aufzuzählen, die dich für den Beruf qualifizieren, und außerdem deine Begeisterung für das Berufsbild deutlich zu machen.

Hier solltest du vor allem mit Beispielen aus deinem Leben punkten und anhand kleiner Geschichten aus bisherigen beruflichen Erfahrungen, Praktika oder sonstigen Tätigkeiten belegen, dass du in jeder Situation die Nerven behältst und dich so schnell nichts umhaut.

Mach im Anschreiben klar, dass dir bewusst ist, dass einige Aufgaben als Rettungssanitäter/in schwierig und belastend sind, aber du dir absolut sicher bist, dass du damit umgehen kannst. Wenn du schon einmal ein Praktikum in einer Klinik oder einem Rettungsdienst gemacht hast, gehört das natürlich mit ins Anschreiben, aber auch Tätigkeiten in anderen Gesundheitsberufen oder Berufen mit hohem Stressfaktor sollten erwähnt werden.

 

Welche Firmen bieten diese Ausbildung an?

Ausbildungsanbieter Österreichisches Rotes Kreuz:

 

Ausbildungsanbieter Malteser:

 

Ausbildungsanbieter Johanniter-Unfall-Hilfe:

  • Patergassen
  • Innsbruck
  • Wien

 

Ausbildungsanbieter Arbeiter-Samariter-Bund:

  • Wilhelmsburg
  • Wien

 

 

Andere Möglichkeiten: Quereinstieg, Studium oder Fernstudium

Während Notfallsanitäter/innen eine zweijährige Ausbildung absolvieren müssen, besteht die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in aus einer lediglich mehrere Wochen dauernden Schulung. Eine Umschulungsmaßnahme im klassischen Sinne gibt es also nicht.

Wenn du eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, gibt es aber Studiengänge, die in eine ähnliche Richtung gehen und dich etwa zum Bachelor of Science Gesundheits- und Pflegemanagement oder Gesundheitsmanagement ausbilden.