Wirtschaftsprüfer/in werden: Alle Fakten

Wer an den Beruf des Wirtschaftsprüfers denkt, der weiß, dass es um viel Geld und noch mehr Verantwortung geht.

Die Kernaufgabe eines Wirtschaftsprüfers/ einer Wirtschaftsprüferin besteht darin, die Jahresabschlüsse einzelner Unternehmen zu prüfen. Damit eine umfangreiche Prüfung überhaupt möglich ist, erhältst du hierfür Einblicke in sensible Unternehmensbereiche, sodass du ein hohes Maß an Verantwortung trägst. Je nach Arbeitsumfang und Größe des zu prüfenden Unternehmens arbeitest du in einem Team aus anderen Wirtschaftsprüfern, Juristen und Steuerberatern zusammen. 

Des Weiteren trittst du im Laufe deiner Arbeit mit den verschiedensten Abteilungen von Marketing, über Personal bis hin zum Vertrieb des jeweiligen Unternehmens in Kontakt. Ein weiterer denkbarer Weg deiner Karriere als Wirtschaftsprüfer ist es, als Gutachter oder innerhalb der Rechts-, Steuer und Unternehmensberatung aktiv zu werden.

 

Berufs- und Zukunftschancen als Wirtschaftsprüfer/in in Österreich

Die Anfertigung und Prüfung von Bilanzen und Jahresabschlüssen ist eine notwendige Tätigkeit unabhängig der aktuellen Auftragslage, sodass du als Wirtschaftsprüfer/in auf einen soliden Arbeitsmarkt triffst. Darüber hinaus suchen Unternehmen verstärkt die Unterstützung von Wirtschaftsprüfern, was strategische Entscheidungen anbelangt. Weiterhin besteht ein zunehmender Prüfungsbedarf von besonderen Geschäftsvorfällen, sodass deine Kompetenz auch im Hinblick auf Börsengänge oder Unternehmensgründungen gefragt ist.

Strebst du danach, dich nach mehrjähriger Berufserfahrung weiterzuentwickeln, bieten sich dir als Wirtschaftsprüfer/in innerhalb der Industrie und Finanzbranche zahlreiche Karriereperspektiven. Die Finanzwelt stellt dir außerdem zahlreiche Spezialisierungen und Weiterbildungen in Aussicht. Hierzu gehören unter anderem die Gebiete der Datenanalyse, Qualitätssicherung und Geschäftsentwicklung. Eine weitere Option bietet dir die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit.

 

Werde ich als Wirtschaftsprüfer/in reich?

Wie viel du als Wirtschaftsprüfer tatsächlich verdienst, hängt von mehreren Faktoren ab. Entsprechend deiner Vorbildung sind deutliche Gehaltsunterschiede zwischen abgeschlossener Lehre und den akademischen Graden wie Bachelor und Master erkennbar. Die Branche, Unternehmensgröße sowie das Bundesland selbst nehmen außerdem Einfluss auf deinen tatsächlichen Verdienst.

Selbst grober Richtwert sind für den Beruf wenig aussagekräftig. Tatsächlich verdienen Wirtschaftsprüfer sehr gut, insbesondere solche mit langer Berufserfahrung und eigener Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. In Bezug auf deine selbstständige Tätigkeit lässt sich dein Einkommen aufgrund saisonaler Schwankungen nur schwer schätzen. Aber auch hier gilt, dass Erfahrung und Expertise das Einkommen in hohe Höhen schnellen lässt.

 

Werde ich als Wirtschaftsprüfer/in glücklich?

Wenn du dich für eine berufliche Zukunft als Wirtschaftsprüfer/in entscheidest, sollte für dich eine hohe Leistungsbereitschaft selbstverständlich sein. Besonders zum Jahresende, wenn es die Jahresabschlüsse deiner Klienten zu prüfen gilt, sind Überstunden keine Seltenheit. Dafür lassen aber die Sommermonate erfahrungsgemäß eine längere Verschnaufpause zu.

Ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber deinen Klienten ist ebenso unerlässlich, um eine professionelle Basis für die anstehenden vertraulichen Angelegenheiten zu schaffen. Die Arbeit im Team verlangt ebenfalls ein selbstbewusstes Auftreten sowie Kommunikationsstärke deinerseits.
Da du dich als Wirtschaftsprüfer/in mit den unterschiedlichsten betriebswirtschaftlichen Themen beschäftigst, stehen dir täglich neue Herausforderungen bevor. Um langfristig Freude an diesem Beruf finden zu können, ist ein gewisses Maß an Flexibilität unverzichtbar.

 

Zielgruppe der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer/in

Am Anfang deiner Karriere zum Wirtschaftsprüfer/ zur Wirtschaftsprüferin steht in Österreich die Matura. Im Anschluss daran folgt zunächst ein Studium, das schwerpunktmäßig betriebswirtschaftliche Inhalte enthält. Da der Umgang mit Zahlen einen festen Bestandteil im Arbeitsalltag eines Wirtschaftsprüfers/ einer Wirtschaftsprüferin einnimmt, solltest du dich durch analytisches Geschick auszeichnen. Wenn Du dich in der Schule bisher für Wirtschaft und Mathematik interessiert hast und dich eher zu den Zahlen, als zu Wörtern hingezogen fühlst, dann ist die Wirtschaftsprüfung ein passender Karriereweg für dich.

Aufgrund des weitreichenden Tätigkeitsspektrums sind ausgeprägte betriebswirtschaftliche Fachkenntnisse unbedingt erforderlich, um die täglichen Anforderungen erfolgreich zu meistern. Juristische Grundkenntnisse werden nicht zwingend verlangt, können sich jedoch als durchaus hilfreich erweisen. Da Wirtschaftsprüfer einen Großteil ihrer Arbeit auf elektronischem Wege erledigen, zahlen sich EDV-Anwendungskenntnisse absolut aus.

 

Inhalte der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer/ zur Wirtschaftsprüferin

Der erste Schritt, um deine Karriere als Wirtschaftsprüfer/in zu starten, ist ein erfolgreiches betriebswirtschaftliches Studium. Dieses umfasst unter anderem folgende Lerninhalte:

  • Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
  • Produktion und Logistik
  • Soziologie
  • Wirtschaftssprachen
  • Statistik
  • Marketing

Je nachdem auf welchen Studienanbieter deine Wahl fällt, ist es möglich, dass die Schwerpunkte einzelner Themenbereiche etwas variieren.

 

Tipps zur Bewerbung für ein Praktikum zum Wirtschaftsprüfer/ zur Wirtschaftsprüferin

Da eine Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer nicht möglich ist, führt kein Weg um ein Studium herum. Im Rahmen des Studiums sind mehrere Praktika in kleinen und großen Wirtschaftsprüfungen sehr empfehlenswert. Einige Tipps, damit es mit der Bewerbung leichter klappt:

Bevor du damit beginnst, deine Bewerbungsunterlagen anzufertigen, solltest du dir vorab einige Stichpunkte notieren. Überlege zunächst, welche Stärken dich auszeichnen und wie du diese konkret, im Unternehmen deiner Wahl, einbringen kannst.

Versuche einen Bezug zwischen dir und dem Leitbild deines auserwählten Unternehmens herzustellen. Um dich vollkommen mit diesem Unternehmen identifizieren zu können, ist es zudem hilfreich, dich mit den wesentlichen Fakten vertraut zu machen.
Im nächsten Schritt kannst du damit beginnen, deinen Bewerbungsunterlagen Leben einzuhauchen. Entscheidend ist dabei, dass du dich zu diesem Zeitpunkt ausgeruht fühlst, damit es dir gelingt, deine Euphorie wie gewünscht zu transportieren.

Um dich positiv von der Bewerbermasse abzuheben, empfiehlt sich die Ausarbeitung eines Profilblatts. Dieses dient dazu, dich mit deinen Qualitäten kurz und knapp zu präsentieren. Die Gestaltung unterliegt dabei keinerlei Formvorschriften. Beim Bewerbungsschreiben solltest du darauf achten, dich kurz zu halten. Als Richtwert gilt ein Umfang von maximal einer DIN A4 Seite. Der Text sollte übersichtlich in drei bis vier nachvollziehbare Sinnabschnitte gegliedert werden.

Im tabellarischen Lebenslauf konzentrierst du dich auf die Nennung deiner wesentlichen Qualifikationen. Im Anhang folgen die wichtigsten Leistungsnachweise. Fehlerfreiheit, Vollständigkeit sowie ein ansprechendes Erscheinungsbild deiner Bewerbungsmappe ist selbstverständlich.

 

Welche Firmen bieten diese Ausbildung an?

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers/ der Wirtschaftsprüferin kann bislang nicht in Form einer klassischen Lehre erlernt werden. Die Grundlage für den Einstieg in diesen Beruf bildet vielmehr ein betriebswirtschaftliches Bachelor Studium, welches anschließend um den akademischen Master Titel ergänzt werden kann.

In Österreich führen folgende Anbieter ein entsprechendes Studium im Programm:

 

Fernstudium zum Wirtschaftsprüfer/ zur Wirtschaftsprüferin

Strenge Weiterbildungskonzepte gehören längst der Vergangenheit an. Flexibles Lernen im Fernstudium verschafft dir den notwendigen Freiraum, den es bedarf, um Familie, Beruf und Karriere miteinander zu vereinbaren. Um dennoch nicht den Anschluss zu verlieren, solltest du dein Studium fest in deinen Alltag integrieren, um dir regelmäßige Lerneinheiten zu sichern. Der Lernaufwand ist auch im Fernstudium nicht zu unterschätzen, dies zeigt sich in der noch immer hohen Abbrecherquote.

Eine hilfreiche Struktur verleihen dir die Studienhefte, die du regelmäßig per Post oder elektronisch erhältst. Jedes Heft beinhaltet eine Leistungskontrolle in Form einer Einsendeaufgabe. Diese wird innerhalb weniger Tage von deinem persönlichen Studienberater korrigiert, sodass du Wissenslücken gezielt nacharbeiten kannst.

Der virtuelle Austausch unter Fernstudierenden ist dir über den Online-Campus garantiert. Einzelne Präsenzveranstaltungen und Prüfungstermine verlangen deine Anwesenheit. Damit sich diese Termine vorausschauend planen lassen, werden diese frühzeitig bekanntgegeben. Diese Anbieter stellen dir ein Fernstudium im Bereich der Wirtschaftsprüfung in Aussicht:

 

Umschulung zum Wirtschaftsprüfer / zur Wirtschaftsprüferin

Die Teilnahme an Umschulungsprogrammen sind in Österreich vorrangig von medizinischer, beruflicher oder sozialer Natur. Somit ist ein Berufswechsel im Rahmen der sogenannten beruflichen Rehabilitation in erster Linie nur dann möglich, wenn du deinen bisherigen Beruf beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter ausüben kannst. Entscheidest du dich hingegen aus rein persönlichen Beweggründen dafür, deinen Beruf zu wechseln, informiert dich der Arbeitsmarktservice (AMS) darüber, wie dir dieses Vorhaben am besten gelingt.

Vorzugsweise verschafft dir ein Fernstudium oder eine nebenberufliche Weiterbildungsmaßnahme ausreichend Freiraum, um deine Haupttätigkeit vorerst in vollem Umfang fortzuführen und dir so dein gewohntes Einkommen zu sichern.

 

Weitere Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf des Wirtschaftsprüfers/ der Wirtschaftsprüferin

Neben einem klassischen BWL-Studium vermitteln dir zahlreiche verwandte Studiengänge das erforderliche Fachwissen, um als Wirtschaftsprüfer/ Wirtschaftsprüferin tätig zu werden. Hierzu gehören zum Beispiel:

 

 

 

Sofern du dich noch nicht endgültig auf den Beruf des Wirtschaftsprüfers/ der Wirtschaftsprüferin festlegen möchtest, lohnt sich ein Blick in Richtung des verwandten Berufs des Steuerberaters.